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Kompressor vs. Musik

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Kompressor vs. Musik

UNREAD_POSTvon psicolor » Do 4. Feb 2010, 14:18

Prinzipiell ist Summenkompression doch nur eine reine Marketingsache. Hauptsache wir sind lauter als die anderen. Dass dabei die Dynamik verloren geht und man die einzelnen Instrumente kaum mehr separat raushören kann ist uns meistens egal.

Aber denkt doch mal an die Nachwelt. In 20 Jahren hört sich unsere Musik keiner mehr an! Dieses undifferenzierte laute Gehämmer ist im Moment zweifelsfrei extrem modisch, aber wenn der Trend vorbei ist (und sich die Meinung durchsetzt, dass man eine viel bessere Klangqualität erreicht, wenn man die Kompression je nach Geschmack in den Abspielgeräten durchführt, oder einfach den Lautstärkeregler aufdreht), wird man es tunlichst vermeiden unsere Aufnahmen aus den 2000ern anzuhören, da es einfach zu anstrengend für das Ohr ist.

Können wir unsere Musik retten, indem wir unsere Aufnahmen luftig und dynamisch halten? Nein, ich glaube nicht, denn in dem Fall hört sie sich heute keiner an, und wieso sollte jemand in 20 Jahren dann Musik hören, die damals schon keiner mochte....

Der Thread soll keine Beleidigung und kein Vorwurf sein, der aufmerksame Hörer wird stattdessen bemerken, dass ich selbst ein Anhänger extremer Kompression bin. Ich möchte eine Diskussion anregen und mich würde daher interessieren wie ihr über das Thema denkt.
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Re: Kompressor vs. Musik

UNREAD_POSTvon frickler » Do 4. Feb 2010, 14:37

Also ich finde hier muss man differenzieren zwischen Musik die sich der Konsument daheim im Sessel anhört und Clubmusik. Bei Clubmusik ist Kompression durchaus sinnvoll und wichtig, es muss halt laut sein und es hat nunmal nciht jede PA massig Platz nach oben. Für den Musikgenuss daheim bringt es für den Konsumenten aber natürlich nichts wenn die Musik totkomprimiert ist, der kann ja in der Regel aufdrehen wie er lustig is.
Ich finds aber eigentlich nicht zuu schlimm so lang man das ganze im Rahmen hält. Ein ordentlicher Masteringengineer weiss auch, ab wann er den Track nur noch kaputtmacht, viel schlimmer find ichs wenn jeder Dabbes meint er müsste seinen Track selber kaputtmastern.
Es gibt viele Tracks die saugut klingen und bei denen man auch nicht den extremen Grad an Kompression merkt, die aber trotzdem fast nur bei 0.0 kleben. Und dagegen ist auch nichts einzuwenden, nur viele sind zu faul oder noch zu unerfahren zum abmischen und komprimieren/limitieren ihre Musik dann einfach so weit bis sie so laut wie eine professionelle Aufnahme ist. Das kann ja nur schiefgehen.
Und ich glaub nicht, dass in 20 Jahren keiner mehr unsere Musik hört, weil sie so totkomprimiert ist, sondern eher weil die allgemein erfolgreiche Musik ja einfach nur zum Übergeben taugt.
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Re: Kompressor vs. Musik

UNREAD_POSTvon honeo » Do 4. Feb 2010, 15:39

oh man, dakann man viel drüber streiten und unterm Strich kommt nichts raus. Kompression machts aus und auch ein dyanmischer Trak ist komprimiert und/oder limitier auch wenn es "nur" über subgruppen läuft, dynamik kann man dabei immer noch behalten wenn man sanft an die sache ran geht. Ich glaube in 20 jahren wird unsere Musik immernoch gehört, oder hört ihr keine Musik die 20 Jahre alt ist? Und meine Fresse sind da schlechte Qualitäten dabei und dann erst die schönen Tracks aus den 70ern, als auch Studio-aufnahmen teilweise noch verrauscht waren. So lange es harmonisch klingt wird es Beständig bleiben auch wenn nichts so beständig ist wie Vergänglichkeit. Dann nimmt der Kompresions-wahn vieleicht auch wieder ab?
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Re: Kompressor vs. Musik

UNREAD_POSTvon dr. rock » Di 9. Feb 2010, 10:28

mal so ganz nebenbei :-)
ich höre diese musik bereits seit 20 jahren und habe nicht vor das zu ändern ...
also solange sich das ganze nicht selbst tot limitiert bzw komp. ists in ordnung . und mal ehrlich , wer will im club schon einen sterilen sound der sich 2 m vor der pa vor sich selbst schämt !?
man muss sich mal einen live act von toktok oder advent anhören und dann geht man mal zu anthony rother oder kalkbrenner , da ziehts mich ehr an die theke als auf den floor. klar - geschmacksache , aber hey - saubere, disziplinierte, und bis ins letzte durchdachte musik kann man sich in 40 jahren immernoch zuhause in seinem soundkeller anhören und salzstängchen bei knappern.
ich für meinen teil brauche noch mind 10 jahre rock`n roll bzw techno .
in diesem sinne , rock on :-)
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Re: Kompressor vs. Musik

UNREAD_POSTvon juergen_a_semmelmann » Do 3. Jun 2010, 09:45

Pauschal darf man das nicht sagen. Es kommt immer auf den Track und die Art der Musik an. Es gibt Tracks, die müssen einfach laut sein, pumpen. Andere wiederum schleichen sich gar unbemerkt in die Gehörgänge.

Schön klingen sollte es natürlich immer.
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